Bar
Kalkulation in der Bar
Die Cocktailkarte kalkulieren heißt: von der Flasche auf den Ausschank rechnen, Schankverlust ehrlich einplanen und bei jedem Drink wissen, was nach Steuer übrig bleibt.
14 Tage kostenlos testen mit Zahlungsmethode. Ohne Kündigung anschließend je nach Auswahl 10 € netto pro Monat oder 99 € netto pro Jahr, jeweils zuzüglich USt.
Von Jakob Moisejew, der selbst ein Lokal in Wien führt. Stand: Oktober 2026.
Woran Bar-Kalkulationen scheitern
Schankverlust wird ignoriert
Überschenken, Probieren, Reste im Shaker: Aus 0,7 l werden in der Praxis keine 17,5 Portionen à 4 cl. Wer ohne Schankverlust rechnet, kalkuliert jede Flasche zu schön.
Cocktails haben viele Zutaten
Spirituose, Filler, Saft, Sirup, Garnitur, Eis – ein Cocktail besteht schnell aus sechs Positionen. Ohne Rezeptkalkulation wird daraus eine Schätzung, kein Preis.
Die Steuer frisst mehr als gedacht
Auf Getränke gelten 20 % Umsatzsteuer in Österreich bzw. 19 % Mehrwertsteuer in Deutschland. Wer mit dem Bruttopreis kalkuliert, rechnet sich jeden Drink um ein Sechstel reicher.
Rechenbeispiel
Gin Tonic – von der Flasche zum Drink.
Eine 0,7-l-Flasche Gin um 18,90 € hat 70 cl. Mit 5 % Schankverlust bleiben 66,5 cl nutzbar – das sind rund 16,6 Portionen à 4 cl, also 1,14 € pro Ausschank statt der schöngerechneten 1,08 €. Dazu kommen Tonic, Limette und Eis.
Verkaufspreis 8,90 € brutto: In Österreich (20 % USt.) bleiben netto 7,42 €, in Deutschland (19 % MwSt.) 7,48 €. Gerechnet ist hier die AT-Variante.
Beispielzahlen – dein Einkauf und dein Schankverlust entscheiden.
GastroCalculator in der Bar
Flasche rein. Drink-Preis raus.
Häufige Fragen
Wie kalkuliert man Cocktails für die Bar?
Rechne jede Zutat auf die Menge im Glas um: Spirituosen pro cl aus dem Flaschenpreis, Filler und Säfte pro Milliliter, dazu Garnitur und Eis. Die Summe ist der Wareneinsatz, den du vom Nettopreis abziehst – also Bruttopreis durch 1,20 (AT) bzw. 1,19 (DE). Hausgemachte Sirups kalkulierst du einmal als Grundrezept und verwendest sie in allen Drinks weiter.
Was ist Schankverlust und wie hoch ist er?
Schankverlust ist der Teil einer Flasche oder eines Fasses, der nicht verkauft wird: Überschenken, Verschütten, Probieren, Reste. Als grober Richtwert sind je nach Betrieb etwa 2 bis 10 Prozent realistisch, bei Fassbier eher mehr als bei Flaschenware. Rechne ihn in die Kalkulation ein, sonst ist jeder ausgewiesene Wareneinsatz zu niedrig.
Wie viele 4-cl-Portionen bekomme ich aus einer 0,7-l-Flasche?
Rechnerisch sind es 17,5 Portionen (70 cl geteilt durch 4 cl). Mit 5 Prozent Schankverlust bleiben aber nur rund 16,6 Portionen – bei einer 18,90-€-Flasche steigt der Einsatz pro Ausschank damit von 1,08 € auf 1,14 €. Genau diese Differenz übersehen Kalkulationen ohne Schankverlust.
Welcher Steuersatz gilt auf Getränke in der Gastronomie?
In Österreich gelten auf die meisten Getränke 20 % Umsatzsteuer, in Deutschland 19 % Mehrwertsteuer (Stand: Oktober 2026). Für die Kalkulation heißt das: Vom 8,90-€-Drink bleiben in Österreich nur 7,42 € netto übrig – erst davon ziehst du den Wareneinsatz ab.
Welche Wareneinsatzquote ist bei Cocktails üblich?
Als grobe Richtwerte liegen Cocktails und Longdrinks oft zwischen 15 und 30 Prozent Wareneinsatz. Wichtiger ist der Deckungsbeitrag in Euro pro Drink: Ein aufwendiger Signature-Cocktail mit 30 Prozent Quote kann mehr übrig lassen als ein simpler Longdrink mit 18 Prozent, wenn der Preis stimmt.
Kalkulier deine Karte wie deine Drinks: genau.
10 € netto im Monat oder 99 € netto im Jahr, zzgl. USt. 14 Tage kostenlos testen, monatlich kündbar.