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Praxiswissen für Restaurants, Cafés und Bars

Getränkekalkulation: vom Einkauf zum Glas.

Die Zutatenkosten eines Getränks ergeben sich aus Einkaufspreis, tatsächlich nutzbarem Inhalt und Ausschankmenge. Bekannter Schankverlust erhöht die Kosten je verkaufter Portion. Arbeitszeit und weitere Kosten kommen erst danach hinzu.

Redaktion: GastroCalculator · Fachlicher Stand: 9. September 2026

Die Formel für Kosten je Ausschank

Kosten je Portion = Netto-Einkaufspreis × Portionsmenge ÷ [Gebindeinhalt × (1 − Verlustquote)]

Verwende für Gebinde und Portion dieselbe Einheit, zum Beispiel Milliliter. Eine Kiste ist keine Ausschankeinheit: Rechne zuerst Anzahl × Flascheninhalt. Bei 5 % Verlust bleiben 95 % des Einkaufsinhalts nutzbar; durch 0,95 teilen, nicht einfach 5 % aufschlagen.

Beispiel: Wein aus einer 0,75-Liter-Flasche

Einkaufspreis der Flasche
€ 6,00
Inhalt vor Verlust
750 ml
Angenommener Verlust
5 %
Nutzbarer Inhalt
712,5 ml
Ausschank pro Glas
125 ml
Weinkosten pro Glas, netto
€ 1,05

€ 6,00 × 125 ÷ 712,5€ 1,05

Fiktive Netto-Einkaufspreise und angenommene Verluste, keine Marktpreise, Branchenrichtwerte oder Kundenresultate. Die Rechnung verteilt Kosten auf verkaufbare Mengen; sie sagt nicht, dass sich ein Bruchteil eines Glases verkaufen lässt.

Erst mit ungerundeten Werten rechnen, dann das Ergebnis auf Cent anzeigen. Sonst summieren sich Rundungsfehler bei vielen Portionen.

Bier, Kaffee und Cocktails brauchen unterschiedliche Zutaten

Bei Fassbier zählt die nutzbare Ausschankmenge nach dem erfassten Verlust. Beim Cappuccino addierst du Kaffee in Gramm und Milch in Millilitern jeweils mit ihrem eigenen Einkaufspreis. Bei Cocktails kommen Spirituosen, Saft, Sirup und Garnitur einzeln ins Rezept. Eis, Einwegbecher oder weitere Positionen nur einmal erfassen.

Zutatenkosten sind noch kein Verkaufspreis

Ergänze Zubereitungszeit, Personal, Verpackung und zutreffende Gebühren. Ein geplanter Fixkostenanteil hängt von deiner Absatzannahme ab. Eine Ziel-Wareneinsatzquote allein beweist weder Kostendeckung noch Gewinn; prüfe auch die Nachfrage und die Preise auf deiner Karte.

Netto, brutto und Umsatzsteuer sauber trennen

Diese Beispiele rechnen ausschließlich netto. Für Endpreise prüfst du den Steuersatz je Produkt und Leistung. In Deutschland ist die Ermäßigung für Restaurant-Speisen nicht pauschal auf Getränke übertragbar. In Österreich sind ebenfalls Produktart und Leistung maßgeblich. Die Vorsteuerberechtigung beeinflusst, ob Nettopreise deine tatsächlichen Einkaufskosten abbilden.

Drei typische Fehler vermeiden

Gebinde und Portion nicht vermischen. Verlust nicht gleichzeitig im Einkaufspreis und in der Rezeptmenge einrechnen. Einen gerundeten Portionspreis nicht als neue Grundlage für die gesamte Flasche verwenden.

Vor deinem Start

Wie rechne ich eine Kiste auf ein Getränk um?

Bestimme zuerst Flaschenanzahl und Inhalt je Flasche. Bei Einzelverkauf ergibt Gesamtpreis ÷ Anzahl den Einkaufspreis je Flasche. Für offenen Ausschank verwende zusätzlich Portionsmenge und bekannten Verlust. Unklare Verpackungsangaben müssen vor der Kalkulation geklärt werden.

Welcher Schankverlust ist richtig?

Es gibt keinen hier belegten Pauschalwert für deinen Betrieb. Nutze nachvollziehbare eigene Messungen und trenne Schankverlust, Bruch und Eigenverbrauch. Die 5 % im Beispiel sind ausschließlich eine Rechenannahme.

Ist der Rest nach den Zutaten mein Gewinn?

Nein. Davon müssen weitere Kosten getragen werden. Für den tatsächlichen Gewinn brauchst du vollständige Periodenkosten und reale Verkäufe, nicht nur eine Portionskalkulation.

Quellen und Abgrenzung

Die Beispielrechnung ist unsere eigene Herleitung. Amtliche Quellen dienen der steuerlichen Einordnung, nicht als Empfehlung unserer Software. Bei deinem konkreten Fall hilft deine Steuerberatung.