Kennzahlen · 7 Min. Lesezeit
Deckungsbeitrag berechnen: Formel und DB I bis IV in der Gastronomie
Aktualisiert am 23. Oktober 2026
Kennzahlen · 7 Min. Lesezeit
Die Wareneinsatzquote sagt dir, wie viel Prozent für Ware draufgehen. Der Deckungsbeitrag sagt dir, wie viele Euro übrig bleiben. Und Miete, Löhne und Strom bezahlst du in Euro. Deshalb ist er für mich die wichtigste Zahl pro Gericht.
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, den ein verkauftes Produkt nach Abzug seiner direkt zurechenbaren Kosten zur Deckung der übrigen Kosten beiträgt. In der Gastronomie rechnest du ihn pro Gericht oder Getränk, ausgehend vom Netto-Verkaufspreis ohne Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer.
Je mehr Kosten du schrittweise abziehst, desto aussagekräftiger wird die Zahl. Daher die Stufen DB I bis DB IV.
In der Betriebswirtschaft werden die Stufen je nach Branche unterschiedlich definiert. In GastroCalculator verwenden wir diese vier Stufen, weil sie zum Alltag in Lokal, Lieferküche und Catering passen:
| Stufe | Berechnung | Frage, die sie beantwortet |
|---|---|---|
| DB I | Netto-Preis − Wareneinsatz | Deckt der Preis die Ware gut ab? |
| DB II | DB I − Personal / Arbeitszeit | Lohnt sich der Arbeitsaufwand? |
| DB III | DB II − Verpackung, Liefer- und Plattformgebühren | Rechnet sich Takeaway und Lieferung? |
| DB IV | DB III − geplanter Fixkostenanteil | Trägt das Gericht seinen Teil zu Miete & Co. bei? |
Netto-Preis = Brutto-Kartenpreis ÷ (1 + Steuersatz) DB I = Netto-Preis − Wareneinsatz DB II = DB I − Personalkosten pro Portion DB III = DB II − Verpackung − Liefer-/Plattformgebühren DB IV = DB III − geplanter Fixkostenanteil pro Portion
Personalkosten pro Portion = Arbeitszeit in Minuten ÷ 60 × Stundensatz inklusive Lohnnebenkosten. Wie du den Stundensatz realistisch ansetzt, steht in Personalkosten in der Gastronomie.
Eine Curry-Bowl, Kartenpreis 16,50 € brutto, Österreich mit 10 % Umsatzsteuer auf Speisen (Stand: Oktober 2026). Annahmen:
Netto-Preis: 16,50 € ÷ 1,10 = 15,00 € Personal: 8 ÷ 60 × 21,00 € = 2,80 € Plattformgebühr: 25 % × 15,00 € = 3,75 € Fixkostenanteil: 9.600 € ÷ 3.000 = 3,20 €
| Stufe | Im Lokal | Lieferung |
|---|---|---|
| Netto-Preis | 15,00 € | 15,00 € |
| − Wareneinsatz | 4,50 € | 4,50 € |
| DB I | 10,50 € | 10,50 € |
| − Personal | 2,80 € | 2,80 € |
| DB II | 7,70 € | 7,70 € |
| − Verpackung | 0,00 € | 0,60 € |
| − Plattformgebühr | 0,00 € | 3,75 € |
| DB III | 7,70 € | 3,35 € |
| − Fixkostenanteil | 3,20 € | 3,20 € |
| DB IV | 4,50 € | 0,15 € |
Die Wareneinsatzquote ist in beiden Fällen gleich: 4,50 € ÷ 15,00 € = 30,0 %. Sieht gut aus. Aber bei Lieferung bleiben nach allen Stufen nur 0,15 € pro Bowl übrig. Wenn du über eine Plattform zum gleichen Preis wie im Lokal verkaufst, arbeitest du dort fast umsonst. Genau das sieht man erst mit DB III und IV.
Mögliche Konsequenzen: eigener Lieferpreis, eine angepasste Liefer-Karte mit Gerichten, die einen höheren DB III haben, oder günstigere Verpackung.
Weil er nur zeigt, was ein Gericht beiträgt, nicht was am Monatsende übrig bleibt. Drei Gründe:
Ab welcher Menge die Deckungsbeiträge alle Fixkosten decken, berechnest du mit dem Break-even in der Gastronomie.
Vergleichen wir zwei Gerichte im Lokal (Österreich, 10 % Umsatzsteuer, Stand: Oktober 2026):
| Gericht | Brutto | Netto | Wareneinsatz | Quote | DB I |
|---|---|---|---|---|---|
| Pasta Pomodoro | 12,10 € | 11,00 € | 2,20 € | 20,0 % | 8,80 € |
| Rindersteak | 34,10 € | 31,00 € | 12,40 € | 40,0 % | 18,60 € |
12,10 € ÷ 1,10 = 11,00 € 2,20 ÷ 11,00 = 20,0 % 11,00 − 2,20 = 8,80 € 34,10 € ÷ 1,10 = 31,00 € 12,40 ÷ 31,00 = 40,0 % 31,00 − 12,40 = 18,60 €
Das Steak hat die doppelte Quote, bringt aber mehr als doppelt so viel Deckungsbeitrag I. Wenn die Arbeitszeit ähnlich ist, ist das Steak pro Teller das bessere Geschäft. Wie du Ertrag und Beliebtheit über die ganze Karte vergleichst, steht in Menu Engineering.
In GastroCalculator hinterlegst du Zutaten mit Einkaufspreisen, Schwund und Ausbeute, dazu Arbeitszeit und Stundensätze, Verpackung, Liefer- und Plattformgebühren sowie deinen geplanten Fixkostenanteil. Für jedes Gericht und Getränk siehst du dann DB I bis DB IV nebeneinander und bekommst Preisvorschläge. Ändert sich ein Einkaufspreis, etwa nach einem Rechnungsscan, rechnen alle Stufen automatisch neu. Wie du den Verkaufspreis aus all dem ableitest, zeigt der Artikel Speisenkalkulation.
Den Deckungsbeitrag I berechnest du so: Netto-Verkaufspreis minus Wareneinsatz. Für genauere Stufen ziehst du danach Personalkosten (DB II), Verpackung und Liefer- bzw. Plattformgebühren (DB III) und einen geplanten Fixkostenanteil (DB IV) ab.
DB 1 ist Netto-Preis minus Wareneinsatz. DB 2 zieht zusätzlich die Personalkosten bzw. die Arbeitszeit ab, die für das Gericht anfällt. DB 2 zeigt, ob sich ein arbeitsintensives Gericht trotz guter Warenquote lohnt.
Nein. Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der zur Deckung weiterer Kosten zur Verfügung steht. Erst wenn alle Gerichte zusammen sämtliche Fixkosten gedeckt haben, entsteht Gewinn. Auch ein positiver DB IV ist nur so gut wie die Annahmen dahinter.
Weil zusätzlich Verpackung und Plattform- oder Liefergebühren anfallen. Die stehen erst im DB III. Ein Gericht, das im Lokal gut verdient, kann bei Lieferung zum gleichen Preis kaum noch etwas beitragen.
Immer mit dem Nettopreis, also ohne Umsatzsteuer bzw. Mehrwertsteuer. Die Steuer ist ein durchlaufender Posten und gehört nicht zu deinem Ertrag.
Deckungsbeitrag = Nettoerlös − variable Kosten. Pro Gericht in der Gastronomie: DB I = Netto-Verkaufspreis − Wareneinsatz. Beispiel: 15,00 € brutto ergeben bei 7 % Umsatzsteuer 14,02 € netto; abzüglich 3,50 € Wareneinsatz bleiben 10,52 € DB I.
Den Wareneinsatz eines einzelnen Gerichts kannst du mit dem kostenlosen Wareneinsatz-Rechner prüfen. Wenn du für jedes Gericht alle vier Deckungsbeitrag-Stufen sehen willst, im Lokal und bei Lieferung, kannst du GastroCalculator 14 Tage kostenlos testen. Danach 10 € netto im Monat oder 99 € im Jahr, monatlich kündbar. (Stand: Oktober 2026)
14 Tage kostenlos testen mit Zahlungsmethode. Ohne Kündigung anschließend je nach Auswahl 10 € netto pro Monat oder 99 € netto pro Jahr, jeweils zuzüglich USt.
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